Allgemein, Vorträge

VORTRAG: Dr. Leopoldo Siano

| Vortrag + Aufführung |

27.Oktober um 19 Uhr |

Musik aus buddhistischem Geist: von Richard Wagner bis Jonathan Harvey

Im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte hat im Abendland nicht nur eine „Osterweiterung der Vernunft“ (Peter Sloterdijk), sondern auch der Musik stattgefunden. Angeregt durch die „Indomanie“ der Romantiker und die Schopenhauer-Lektüre begann Richard Wagner sich für die antike Welt Indiens und insbesondere für den Buddhismus leidenschaftlich zu interessieren. Er entwarf sogar ein buddhistisches Drama mit dem Titel „Die Sieger“, das allerdings ein unrealistierter Traum blieb. (Buddhistische Echos sind doch explizit in „Parsifal“ zu hören).

Nach Wagner liessen sich immer mehr Komponisten von den verschiedensten buddhistischen Vorstellungen (vom Zen bis zum Tantrayana Tibets) anregen. Unter anderem John Cage, Michael Vetter, Jean-Claude Eloy, Giacinto Scelsi, Pierre Henry, Eliane Radigue, Karlheinz Stockhausen – und nicht zuletzt Jonathan Harvey, der zur programmatischen Formulierung einer buddhistischen Musikpoetik gelangte und eine Oper schrieb, die den indischen Traum Wagners beschwört (Wagner’s Dream).

In seinem Vortrag wird der italienische Musikwissenschaftler Dr. Leopoldo Siano (Universität zu Köln) anhand von kommentierten Klangbeispielen die fruchtbare Begegnung der westlichen Musik mit der buddhistischen Gedanken- und Klangwelt veranschaulichen.

Eintritt frei