Allgemein, Aufführungen

Fremde Schönheit: Gagaku und Neue Musik

Vortrag von Dr. Leopoldo Siano

18. Oktober | 19 Uhr | Eintritt frei

„Gagaku-Musik hat jedesmal den kosmischen Vogel in mir zu einem Flug in die Ewigkeit transportiert“, so Karlheinz Stockhausen im Grußwort für ein Gagaku-Programm (Texte zur Musik, Band 3, Köln 1978, S. 350). Nicht nur Stockhausen, sondern eine ganze Reihe von Komponisten des 20. Jahrhunderts – unter anderem Henry Cowell, Olivier Messiaen, La Monte Young und Jean-Claude Eloy – erlagen der Faszination der mehr als tausend Jahre alten Hofmusik Japans. Was die westlichen Komponisten insbesondere faszinierte, waren die ausgedehnten zeitlichen Dimensionen, der rituelle Charakter und die fluktuierend-goldene Klanglichkeit des Gagaku.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts erklang Gagaku nur in bestimmten Orten, wie im japanischen Kaiserpalast; es war eine exklusive und esoterische Musik für ein adeliges Publikum. Später fand der Gagaku aufgrund der verbesserten Reisemöglichkeiten und zahlreicher Schallaufnahmen auch im Westen Verbreitung.

In seinem Vortrag wird der Musikwissenschaftler Dr. Leopoldo Siano anhand von Audio- und Video-Beispielen die spannende Begegnung bzw. „Intermodulation“ zwischen der alten japanischen Gagaku-Tradition und der musikalischen Modernität des Abendlands
veranschaulichen.