Ausstellung | Neue Alte Schule
Eine gemeinsame Fotoausstellung von Ingrid und Dietrich Bahß
3. bis 25. Februar
Vernissage: (Fr.) 3. Februar | 19 Uhr
Negative eines Analogfilms werden gescannt, am Computer bearbeitet und zur Druckvorlage. Bewährtes trifft auf die Nutzung moderner Technik: „Neue Alte Schule“.
Der Titel der Ausstellung „Neue Alte Schule“ gibt einen Hinweis auf die Arbeitsweise. Der Einsatz der 6×6 Kamera durch Dietrich Bahß und einer analogen Kleinbildkamera durch Ingrid Bahß, die Nutzung von Stativ und Lichtquellen, die manuelle Bestimmung von Blende, Belichtungszeit weisen auf klassisches Handwerk hin. Am Computer werden die Negative gescannt, bearbeitet, um daraus eine Druckvorlage herzustellen. Bewährtes traditionelles Herangehen trifft auf die Nutzung moderner Technik:„Neue Alte Schule“. Am Ende stehen Schwarz-Weiß-Fotos.
Dietrich Bahß stellt in der TKW zwei in sich geschlossene Arbeitsergebnisse vor; Aktfotos und eine Foto-Erzählung. Auf den Aktfotos sind Männer, Frauen, Paare abgelichtet.
Ihm liegt nicht daran, gängige Vorstellungen von idealem Körper und Gesicht zu bedienen. Anfragen an Freunde erfolgten auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens und der Freude am Abgelichtet werden. Die Fotos sind streng, sachlich komponiert, direkt. Kraftvoll.
Dietrich Bahß bedient sich bei allen Fotos der Aktserie der halbnahen Einstellung. Es geht ihm darum, das Augenmerk des Betrachters auf die Figuren in ihrem engsten räumlichen Umfeld zu lenken. Das Bildgeschehen spielt sich somit auf der mimischen und gestischen Handlungsebene ab.
Die junge indische Fotografin, die bei einem Besuch im Arbeitsraum die Fotos von Dietrich Bahß sah, reagierte spontan: „Es geht um das Gesicht, um das Antlitz.“ Damit formulierte sie das Anliegen des Fotografen. Der aufmerksame Betrachter findet spontan den Weg ins Gesicht der abgelichteten Frau oder des Mannes, hält sich dort auf und geht von hier aus auf Entdeckungsreise.
Die Fotoreihe „Ina und Ed“ erzählt die Geschichte einer Liebe. Wach, zart, direkt und wahrhaftig sind auch diese Schwarz-Weiß-Fotos von Dietrich Bahß. Auch sie konnten auf der Basis des gegenseitigen Vertrauens entstehen. Dietrich Bahß hat auf Angebote zu Ausstellungen stets zurückhaltend reagiert. Schließlich zeigte er Fotos in Magdeburg, Köln und Werben/Elbe.
Ingrid Bahß hat sich entschieden, Arbeiten aus der Serie „Raumecken“ zu zeigen. Die Fotos sind in der japanischen Kulturwerkstatt „TENRI“ in Köln entstanden. Dieser karge klare Ort, der ostasiatisches Denken versinnbildlicht, ist bewußt gewählt. Es gibt eine Spur, die von den Aktfotos gelegt ist und die zu den Raumecken führt. Ihren Ausdruck findet diese Spur in der gemeinsamen Aussage von Porträtierten und Raumecken „Das bin ich“. In ihrer Kraft, ihrer Schlichtheit, ihrer Präsenz und in ihrer Kargheit gehen die Raumecken und die Aktfotos ein Bündnis ein und treten uns gemeinsam gegenüber. Keine Arbeit drängt sich in den Vordergrund, will als erste gesehen werden. Eine ebensolche Zurückhaltung, wie sie Dietrich und Ingrid Bahß als Fotografen und im Miteinander bevorzugen.
Ingrid Bahß zeigte Ausstellungen in Köln, Magdeburg, Leipzig, Archangelsk/Rußland, Bern/Schweiz, Berlin, Jena, Zella-Mehlis, Hamburg, Frankfurt/Main, Werben/Elbe
(Autor: Ingrid Bahß)